Die schlechte Nachricht zuerst: SharePoint 2010 baut auf dem .NET Framework 3.5 auf. Die ganzen Neuerungen, welche in letzter Zeit für das 4.0er Release angekündigt wurden, kann man also als SharePoint Developer voraussichtlich nicht so schnell verwenden. Schließlich nutzt die nächste Version des .NET Frameworks eine neue Runtime, bis jetzt wurde ja noch auf der Basis des 2.0er Frameworks aufgebaut…
Das tut vor allem in Bezug auf die Windows Workflow Foundation 4.0 weh. Wer noch nichts darüber gehört oder gelesen hat, kann dies hier nachholen: http://msdn.microsoft.com/en-us/magazine/dd347832.aspx. Autsch, oder?
So, jetzt aber zu den guten Nachrichten: Tools, Tools, noch mehr Tools! Microsoft scheint das Potential von SharePoint als Development Platform jetzt entgültig nicht nur begriffen zu haben sondern liefert mit der kommenden Generation auch anständige Entwicklungstools. Visual Studio 2010 wird out-of-the-box jede Menge Project und Item Templates für SharePoint 2010 sowie auch noch für SharePoint 2007 bieten, mit denen endlich auch das Verwenden von mehreren Assemblies für verteilte Anwendungen und vor allem das Erstellen von mehrsprachigen SharePoint Komponenten einfacher möglich sein wird. Weiters wird es viel mehr Visual Designer Support geben, wodurch bei der Entwicklung von zum Beispiel WebParts oder auch Workflow Forms weniger Fantasie notwendig sein wird als bisher.
Aber nicht nur das Entwickeln von “klassischen” SharePoint Komponenten wird produktiver gestaltet, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Software Entwicklern und anderen: Oberflächengestaltung findet nach wie vor im SharePoint Designer statt, welcher auch ordentlich aufgebohrt wurde, aber das ist eine andere Geschichte…
In dieser Geschichte hier wird beispielsweise mittels SharePoint Designer eine umfangreiche Helpdesklösung gebaut, welche durch einen Entwickler noch abgerundet werden soll. An dieser Stelle würde ein SharePoint 2007 Developer vermutlich zuerst Ausreden erfinden um dann schreiend davonzulaufen (ok, ich übertreibe), ein SharePoint 2010 Developer nimmt jedoch einfach die SharePoint Designer Lösung, öffnet sie in Visual Studio 2010, baut seine Verbesserungen unter seiner lokalen (*) SharePoint Installation ein und die neue Site Definition ist fertig. Geduld, in voraussichtlich einem Monat gibt’s die Public Beta. ;-)
(*) http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ee554869(office.14).aspx.
Natürlich hat sich nicht nur etwas bei den Tools getan, auch die Plattform selbst erfreut einen Developer mit zahlreichen neuen / besseren Komponenten und Technologien. LINQ to SharePoint, ein Client Object Model, REST, XSLT Views, eine JavaScript API, um nur ein paar zu nennen. Vor allem die LINQ Unterstützung war dringenst notwendig, das Schreiben von simplen CAML Queries ist einfach zu zeitaufwändig. (Und die leider oft gesehene Verwendung von LINQ in SharePoint 2007 Projekten aufgrund von nicht vorhandener IQueryable Implementierung ein performance- und speichertechnischer Wahnsinn… ja, ich schweife ab.) Nicht zu vergessen - Microsoft kann es ja nicht oft genug erwähnen - Silverlight “Unterstützung” gibt’s mit SharePoint 2010 auch, was aber nichts anderes heißt, als dass das Client Object Model in Silverlight Applikationen verwendet werden kann, welche dann wiederum mittels Webpart, der das für Silverlight notwendige HTML ausspuckt, in eine SharePoint Page eingebunden werden.
Für Details habe ich noch zwei Links zu Microsoft Seiten anzubieten. Eine gute Zusammenstellung für Entwickler, die mit SharePoint bereits was anfangen können: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=en&FamilyID=cffb14e8-88a9-43bd-87aa-4792ab60d320. Und eine weniger gute Sammlung an Videos für Einsteiger: http://msdn.microsoft.com/en-us/sharepoint/ee513147.aspx.
/axel
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